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Etiketten für handgemachte Kosmetik: Pflichtangaben & Design-Tipps

INCIkit Redaktion12 Min. Lesezeit
Hände vergleichen zwei Kosmetikverpackungen mit Pflichtangaben – Kosmetik Etiketten selbst gestalten

Dein Etikett sieht toll aus – aber fehlt etwas Wichtiges? Wer Kosmetik Etiketten selbst gestalten will, muss mehr beachten als nur hübsches Design. Die EU-Kosmetikverordnung (EC) 1223/2009 schreibt 8 Pflichtangaben vor, die auf jedes Kosmetikprodukt gehören – egal ob Seife, Creme oder Lippenbalsam. Fehlt eine Angabe, drohen Abmahnungen, Bußgelder und schlimmstenfalls ein Vertriebsverbot.

Dieser Praxis-Guide zeigt dir Schritt für Schritt, welche Kosmetik Etikett Pflichtangaben du brauchst, wie du sie richtig platzierst und wie du trotzdem ein professionelles Kosmetik Label erstellen kannst – auch mit kleinem Budget und ohne Grafikdesign-Kenntnisse. Inklusive Design-Tipps, Druckdienstleister-Vergleich und einer Liste der häufigsten Fehler bei Kleinproduzenten.

Noch nicht sicher, welche gesetzlichen Grundlagen für deinen Verkauf gelten? Dann starte mit unserem Leitfaden: Selbstgemachte Kosmetik legal verkaufen. Und für die korrekte INCI-Deklaration hilft dir unser Schritt-für-Schritt-Guide zur INCI-Liste.

Die 8 gesetzlichen Pflichtangaben für Kosmetiketiketten

Artikel 19 der EU-Kosmetikverordnung (EC) 1223/2009 legt fest, welche Informationen auf der Verpackung jedes Kosmetikprodukts stehen müssen. Diese Kosmetik Verpackung Pflichtangaben gelten für jede Chargengröße – auch für 10 Stück handgemachte Seife:

Hände halten Kosmetikflasche und lesen INCI-Liste auf der Rückseite des Etiketts – Pflichtangaben für Kosmetikverpackungen

Verbraucher erwarten vollständige Inhaltsstoff-Angaben – und das Gesetz auch

1

Produktbezeichnung (Funktion)

Was ist das Produkt? Z. B. „Handseife“, „Feuchtigkeitscreme“, „Lippenbalsam“. Dein Fantasiename („Sunset Glow“) zählt nicht – die Funktion muss erkennbar sein.

2

INCI-Liste (Inhaltsstoffe)

Vollständige Liste aller Inhaltsstoffe in der internationalen INCI-Nomenklatur, absteigend nach Konzentration sortiert. Details dazu im nächsten Abschnitt.

3

Nenninhalt (Menge)

Gewicht oder Volumen zum Zeitpunkt der Abfüllung. In Gramm (g) oder Milliliter (ml). Beispiel: „100 g“ oder „50 ml“. Bei Stückseifen reicht das Gewicht.

4

Name und Anschrift des Verantwortlichen

Dein vollständiger Firmenname und deine Postanschrift. Bei Einzelunternehmen: dein Name + Straße + PLZ + Ort. Keine reine E-Mail-Adresse oder Webseite – die physische Adresse ist Pflicht.

5

Chargen-Nummer (Batch-Nr.)

Eindeutige Nummer zur Rückverfolgung jeder Produktionscharge. Ohne Chargen-Nummer kein Rückruf möglich. Mehr dazu weiter unten.

6

MHD oder PAO-Symbol

Mindesthaltbarkeitsdatum (bei < 30 Monaten Haltbarkeit) oder PAO-Symbol „Period After Opening“ (bei > 30 Monaten). Beide nie gleichzeitig nötig.

7

Verwendungszweck

Nur nötig, wenn der Zweck nicht offensichtlich ist. Bei „Handseife“ ist er klar. Bei einem Multifunktions-Balsam („Für Lippen, Hände und Fußsohlen“) muss der Verwendungszweck draufstehen.

8

Warnhinweise und Vorsichtsma\u00DFnahmen

Bestimmte Inhaltsstoffe erfordern gesetzlich vorgeschriebene Warnhinweise (z. B. ätherische Öle, bestimmte Allergene, UV-Filter). Die Anhänge III–VI der EU-Kosmetikverordnung listen alle betroffenen Stoffe und die vorgeschriebenen Formulierungen auf.

Wichtig: Herkunftsland bei Import

Importierst du Rohstoffe oder lässt du im Ausland produzieren? Dann muss zusätzlich das Ursprungsland angegeben werden. Für in Deutschland hergestellte Produkte ist das nicht nötig – aber freiwillig möglich („Hergestellt in Deutschland“).

INCI-Liste auf dem Etikett: Schriftgröße, Reihenfolge, Ausnahmen

Die INCI-Liste ist der wichtigste und gleichzeitig fehleranfälligste Teil deines Etiketts. Hier die Regeln:

Reihenfolge

Alle Inhaltsstoffe müssen in absteigender Reihenfolge nach Konzentration aufgeführt werden. Ausnahme: Inhaltsstoffe unter 1 % dürfen in beliebiger Reihenfolge am Ende stehen. Farbstoffe werden nach dem CI-System (Colour Index) angegeben und stehen immer am Schluss.

Bei Seifen gelten besondere Regeln: Verseiftes Olivenöl wird als „Sodium Olivate“ deklariert, nicht als „Olea Europaea Fruit Oil“. Alle Details dazu findest du in unserem Guide zu Seife herstellen und verkaufen.

Schriftgröße

Die EU-Verordnung fordert mindestens 1,2 mm x-Höhe (die Höhe des Kleinbuchstabens „x“). In der Praxis entspricht das etwa 6 pt Schriftgröße bei gängigen Schriftarten. Tipp: Teste dein Etikett ausgedruckt – auf dem Bildschirm sieht alles größer aus als in der Realität.

Die Einleitung „Ingredients“

Die INCI-Liste muss mit dem Wort „Ingredients“ (englisch, ohne Doppelpunkt) eingeleitet werden. Das ist EU-weit einheitlich – auch in Deutschland. Viele Kleinproduzenten schreiben versehentlich „Inhaltsstoffe“ oder „Zutaten“ – beides ist falsch.

Für die korrekte Erstellung deiner INCI-Deklaration empfehlen wir unseren ausführlichen INCI-Liste erstellen: Schritt-für-Schritt Anleitung.

PAO-Symbol vs. MHD: Wann brauchst du was?

Einer der häufigsten Fehler auf Kosmetiketiketten: Hersteller drucken sowohl PAO als auch MHD auf die Verpackung – oder keines von beiden. Die Regel ist einfach:

KriteriumPAO-SymbolMHD (Sanduhr)
Haltbarkeit> 30 Monate< 30 Monate
SymbolGeöffneter Tiegel + Monatsangabe (z. B. 6M, 12M)Sanduhr + Datum (MM/JJJJ)
Typische ProdukteSeifen, Lippenbalsam, wasserfreie ProdukteCremes, Lotions, Produkte mit Wasser
Typisch für KleineHäufiger (Seifen, Balsame)Bei Emulsionen mit Wasser

Praxis-Tipp

Wenn du unsicher bist, ob dein Produkt länger als 30 Monate haltbar ist: Die Sicherheitsbewertung legt die Haltbarkeit fest. Dein Toxikologe oder Safety Assessor gibt dir die genaue Angabe für PAO oder MHD. Im Zweifel: MHD ist die sicherere Wahl.

Wer Cremes herstellt, sollte sich besonders mit der Haltbarkeit beschäftigen – Emulsionen sind anfälliger als wasserfreie Produkte. Mehr dazu in unserem Creme selber herstellen und verkaufen-Guide.

Batch-Nummer: Warum sie Pflicht ist und wie du sie vergibst

Die Chargen-Nummer (Batch-Nr.) ist deine Lebensversicherung: Im Fall eines Rückrufs musst du exakt wissen, welche Produkte betroffen sind. Ohne Chargen-Nummer auf dem Etikett ist kein gezielter Rückruf möglich – und das kann sehr teuer werden.

So vergibst du Chargen-Nummern

Es gibt kein vorgeschriebenes Format, aber dein System muss eindeutig und nachvollziehbar sein. Bewährte Formate für Kleinproduzenten:

Datums-basiert

Format: JJMMTT-NR, z. B. „260315-01“ = erste Charge am 15.03.2026. Einfach, chronologisch sortierbar.

Produkt-Präfix

Format: [Produktkürzel]-JJMMTT, z. B. „LS-260315“ = Lavendelseife, 15.03.2026. Ideal wenn du mehrere Produkte herstellst.

Fortlaufend

Format: B001, B002, B003 … Einfach, aber ohne Datumsbezug. Nur bei wenigen Produkten praktikabel.

Die Chargen-Nummer auf dem Etikett muss mit deiner internen Dokumentation (Mischprotokoll) übereinstimmen. So kannst du bei einer Behördenprüfung nachweisen, welche Rohstoffe (mit LOT-Nummer) in welches Produkt geflossen sind. Mehr zur GMP-konformen Dokumentation findest du in unserem GMP-Leitfaden nach ISO 22716.

Kleine Verpackungen: Was tun, wenn der Platz nicht reicht?

Lippenbalsam-Hülsen, 15-ml-Tiegel, kleine Seifenstücke – bei vielen Produkten von Kleinproduzenten ist schlicht kein Platz für alle 8 Pflichtangaben. Die EU-Kosmetikverordnung kennt dieses Problem und bietet Lösungen:

Kosmetikflasche mit abgerolltem Etikett zeigt alle Pflichtangaben – Directions, Ingredients, Herstellerangaben und Symbole

Auch bei kleinen Produkten müssen alle Pflichtangaben irgendwo Platz finden

Umverpackung nutzen

Wenn das Primäretikett zu klein ist, darf ein Teil der Pflichtangaben auf die Umverpackung (Karton, Schachtel, Banderole) verlagert werden. Die INCI-Liste steht dann auf dem Karton, die Batch-Nummer und der Nenninhalt auf dem Produkt selbst.

Beipackzettel oder Anhängeschild

Bei Verpackungen unter 10 ml/10 g, bei denen auch eine Umverpackung nicht möglich ist, erlaubt die Verordnung einen Beipackzettel oder ein Anhängeschild. Der Kunde muss am Verkaufspunkt darauf hingewiesen werden (z. B. durch ein Verweis-Symbol auf dem Etikett).

Was muss immer auf dem Produkt bleiben?

Auch bei kleinen Verpackungen müssen immer direkt auf dem Produkt stehen: Chargen-Nummer, PAO/MHD, Nenninhalt und Name des Verantwortlichen. Diese vier Angaben dürfen nicht auf die Umverpackung ausgelagert werden.

Design-Tipps: Professionelle Etiketten für Seife gestalten mit Canva & Co

Pflichtangaben und schönes Design schließen sich nicht aus. Mit den richtigen Tools kannst du auch ohne Grafikdesign-Studium professionelle Kosmetik Labels erstellen:

Handgemachte Naturseife mit elegantem Kraftpapier-Etikett – Etiketten für Seife gestalten mit minimalistischem Design

Minimalistisches Etikett-Design auf Kraftpapier – professionell und handmade

Canva (kostenlos / ab 12 €/Monat)

Der Allrounder für Einsteiger. Benutzerdefinierte Maße, tausende Vorlagen, Export als Print-PDF. Tipp: Nutze „Benutzerdefiniertes Design“ mit den exakten Maßen deines Etiketts in Millimetern.

Adobe Illustrator / Affinity Designer

Profi-Tools mit Vektorgrafik, Beschnitt und CMYK-Export. Lernkurve höher, aber volle Kontrolle über Typografie und Druckausgabe. Affinity ist ein günstiger Einmalkauf (ca. 70 €).

Avery Zweckform Design & Print

Kostenloses Online-Tool speziell für Avery-Etiketten. Wähle dein Etikettenformat, gestalte direkt im Browser und drucke auf Avery-Bögen. Ideal für Einstiegs-Auflagen.

5 Design-Regeln für Kosmetiketiketten

  1. Lesbarkeit vor Schönheit: Pflichtangaben müssen lesbar sein. Verwende keine Schreibschrift für die INCI-Liste
  2. Kontrast: Dunkle Schrift auf hellem Grund (oder umgekehrt). Weiße Schrift auf pastellfarbenem Hintergrund ist fast unlesbar
  3. Hierarchie: Produktname groß, Funktion mittel, INCI-Liste und Pflichtangaben klein aber lesbar
  4. Einheitliches Design: Nutze für alle Produkte dieselbe Schriftart, Farbpalette und Layout-Struktur – das schafft Wiedererkennung
  5. Beschnitt einplanen: Lass 2–3 mm Beschnitt (Bleed) an allen Seiten – sonst schneidet der Drucker in dein Design

INCI-Liste erstellen und direkt aufs Etikett kopieren

INCIkit generiert deine INCI-Deklaration automatisch aus der Rezeptur – korrekte Reihenfolge, richtige Nomenklatur, sofort kopierbar für Canva, Illustrator oder deinen Druckdienstleister.

Druckdienstleister-Vergleich für kleine Auflagen

Großdruckereien drucken ab 1.000 Stück – aber als Kleinproduzent brauchst du vielleicht nur 50 oder 100 Etiketten. Hier sind die besten Optionen für kleine Auflagen:

AnbieterMindestauflagePreis / 100 St.Besonderheit
Avery Zweckform1 Bogen (8–16 St.)ab 5–10 €Selbstdruck, kostenloser Online-Designer
Onlineprintersab 25 Stückab 15–30 €Profidruck, viele Materialien
StickerMuleab 50 Stückab 20–40 €Schnelle Lieferung, Sticker-Spezialist
Mooab 50 Stückab 25–50 €Premium-Qualität, Sonderformate
Eigener Laserdrucker1 Stückab 2–5 €Flexibel, aber Qualität begrenzt

Budget-Tipp für den Start

Starte mit Avery Zweckform und einem Laserdrucker: Kaufe wasserabweisende Etikettenbögen, gestalte im kostenlosen Online-Designer und drucke selbst. Ab ca. 200 Stück lohnt sich der Wechsel zu einem Online-Druckdienstleister wie Onlineprinters – dann sinkt der Stückpreis deutlich.

Häufige Etikett-Fehler bei Kleinproduzenten

Aus unserer Erfahrung mit Hunderten kleinen Herstellern kennen wir die typischen Stolperfallen. Prüfe dein Etikett auf diese 9 Fehler:

1. „Inhaltsstoffe“ statt „Ingredients“

Die INCI-Liste muss EU-weit mit dem englischen Wort „Ingredients“ eingeleitet werden – nicht „Inhaltsstoffe“, „Zutaten“ oder „INCI“.

2. INCI-Reihenfolge falsch

Inhaltsstoffe müssen absteigend nach Konzentration sortiert sein. Häufiger Fehler: alphabetische Sortierung oder willkürliche Reihenfolge.

3. Chargen-Nummer fehlt

Ohne Batch-Nr. kein Rückruf möglich. Manche Hersteller vergessen sie komplett oder drucken sie nicht auf das Etikett, sondern nur auf den Karton.

4. PAO und MHD gleichzeitig

Entweder PAO-Symbol ODER Mindesthaltbarkeitsdatum – nie beides. Welches du brauchst, hängt von der Haltbarkeit ab (30-Monate-Regel).

5. Hersteller-Adresse unvollständig

Nur „SoapLove, Berlin“ reicht nicht. Es muss die vollständige Postanschrift sein: Name, Straße, PLZ, Ort.

6. INCI-Schrift zu klein

Unter 1,2 mm x-Höhe ist die INCI-Liste nicht rechtskonform. Teste immer mit einem Ausdruck, nicht nur am Bildschirm.

7. Verseiftes Öl falsch deklariert

Sodium Olivate (verseiftes Olivenöl) ≠ Olea Europaea Fruit Oil (Olivenöl). Bei Seifen gelten spezielle INCI-Bezeichnungen.

8. Funktionsbezeichnung fehlt

Ein Fantasiename wie „Golden Dreams“ ist kein Ersatz für die Funktionsbezeichnung. Es muss erkennbar sein, was das Produkt ist.

9. Warnhinweise vergessen

Bestimmte ätherische Öle, Allergene und UV-Filter erfordern gesetzlich vorgeschriebene Warnhinweise. Prüfe Anhänge III–VI der EU-Kosmetikverordnung.

Die vollständigen Anforderungen an Kosmetik-Dokumentation – inklusive PIF, CPNP-Meldung und GMP – findest du in unseren spezialisierten Guides:

Häufige Fragen (FAQ)

Welche Schriftgröße muss die INCI-Liste auf dem Etikett haben?

Die EU-Kosmetikverordnung schreibt eine Mindestschriftgröße von 1,2 mm (x-Höhe des Kleinbuchstabens) vor. Bei sehr kleinen Verpackungen unter 10 ml/10 g darf auf einen Beipackzettel, ein Anhängeschild oder einen Aufkleber ausgewichen werden. In der Praxis empfehlen wir mindestens 6 pt Schriftgröße – das entspricht etwa 1,5 mm und ist gut lesbar.

Brauche ich ein PAO-Symbol oder ein Mindesthaltbarkeitsdatum?

Es kommt auf die Haltbarkeit an: Ist dein Produkt länger als 30 Monate haltbar, brauchst du das PAO-Symbol (geöffneter Tiegel mit Monatsangabe, z. B. 6M). Ist es kürzer als 30 Monate haltbar, brauchst du stattdessen ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) mit dem Sanduhr-Symbol. Bei Seifen mit sehr langer Haltbarkeit ist das PAO-Symbol der Standard.

Darf ich meine Etiketten mit einem normalen Tintenstrahldrucker drucken?

Technisch ja, aber wir raten davon ab: Tintenstrahldruck ist nicht wasserfest und verschmiert bei Kontakt mit Feuchtigkeit – ein Problem bei Kosmetik im Badezimmer. Für kleine Auflagen (ab 25 Stück) empfehlen wir einen Laserdrucker mit wasserabweisenden Aufklebern oder einen Online-Druckdienstleister wie Avery Zweckform oder Onlineprinters.

Was muss auf das Etikett einer handgemachten Seife?

Dieselben 8 Pflichtangaben wie für jedes Kosmetikprodukt: Produktbezeichnung, INCI-Liste, Nenninhalt (z. B. 100 g), Name und Anschrift des Herstellers, Chargen-Nummer, PAO-Symbol oder MHD, Verwendungszweck (falls nicht offensichtlich) und Warnhinweise (falls nötig). Bei Seifen ist die INCI-Reihenfolge besonders knifflig, weil verseiftes Öl anders deklariert wird als das Ausgangsöl.

Kann ich mein Etikett komplett in Canva gestalten?

Ja, Canva eignet sich hervorragend für Kosmetiketiketten. Nutze die Funktion „Benutzerdefinierte Größe“ für exakte Maße, verwende eine gut lesbare Schriftart (mindestens 6 pt für die INCI-Liste) und exportiere als PDF mit Beschnittmarken. Achte aber darauf, dass alle 8 Pflichtangaben enthalten sind – Canva prüft das nicht automatisch.

Fazit: Kosmetik Etiketten selbst gestalten – Pflicht und Kür vereinen

Wer Kosmetik Etiketten selbst gestalten will, steht vor einer doppelten Herausforderung: Das Etikett muss alle 8 gesetzlichen Pflichtangaben enthalten undprofessionell aussehen. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Tools (Canva, Avery Zweckform) und diesem Leitfaden schaffst du beides – auch ohne Grafikdesign-Budget.

Zusammengefasst:

  • 8 Pflichtangaben nach EU-Kosmetikverordnung Artikel 19 – keine davon optional
  • INCI-Liste mit „Ingredients“ einleiten, absteigend sortiert, mindestens 1,2 mm Schriftgröße
  • PAO oder MHD – nie beides, abhängig von der 30-Monate-Regel
  • Batch-Nummer – unverzichtbar für Rückverfolgung und Rückruf
  • Kleine Verpackungen: Umverpackung oder Beipackzettel als Lösung

Der effizienteste Weg: Erstelle deine INCI-Liste digital, kopiere sie direkt ins Etikett-Design und dokumentiere alles rückverfolgbar. Wenn du deinen Kosmetik Online-Shop eröffnest, brauchst du die INCI-Liste zusätzlich auf der Produktseite – mit einem digitalen Tool erledigst du beides in einem Schritt.

Erstelle deine INCI-Liste in INCIkit und kopiere sie direkt aufs Etikett

INCIkit berechnet die INCI-Reihenfolge automatisch aus deiner Rezeptur, verwaltet Rohstoffe mit LOT-Nummern für die Chargen-Rückverfolgung und exportiert Mischprotokolle als PDF – die perfekte Dokumentation für dein Etikett und für Behördenprüfungen.

Weiterführende Ressourcen

INCIkit Redaktion

Fachredaktion Kosmetik-Compliance

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